Seitensprung-Portal kündigen: Abo beenden in der Schweiz

Ein Abo bei einem Seitensprung-Portal zu beenden, sollte eine Formalität sein. In der Praxis
ist es die häufigste Quelle von Ärger in diesem Bereich: eine Verlängerung, die man übersehen
hat, ein Kündigungsweg, der nicht auffindbar ist, eine Abbuchung nach dem Löschen des Profils.
Wer in der Schweiz nach Hilfe sucht, findet bei Google vor allem Kündigungsdienste aus
Deutschland und Österreich, deren Rechtslage hier nicht gilt.

Diese Seite erklärt, was in der Schweiz tatsächlich gilt, wie Sie sauber kündigen und was Sie
tun können, wenn trotzdem weiter abgebucht wird. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.

Zuerst: Was in Ihrem Vertrag steht, gilt

Für eine Anmeldung, die Sie selbst online vornehmen, kennt das Schweizer Recht kein
allgemeines Widerrufsrecht. Das gesetzliche Widerrufsrecht nach Art. 40a ff. OR betrifft
Verträge, die etwa an der Haustür, am Arbeitsplatz, auf der Strasse oder am Telefon angebahnt
wurden. Massgebend sind deshalb die Bedingungen, denen Sie bei der Anmeldung zugestimmt haben:
Laufzeit, automatische Verlängerung, Kündigungsfrist und Kündigungsform.

Eine Ausnahme, die man kennen sollte: Für die Ehe- oder
Partnerschaftsvermittlung enthält das Obligationenrecht eigene, sehr konsumentenfreundliche
Regeln. Der Vertrag braucht die schriftliche Form, tritt erst 14 Tage nach Erhalt eines
beidseitig unterzeichneten Doppels in Kraft, kann in dieser Frist schriftlich widerrufen werden
und ist danach jederzeit entschädigungslos kündbar, unter Vorbehalt von Schadenersatz bei einer
Kündigung zur Unzeit (Art. 406d und 406e OR). Diese Regeln gelten für die Vermittlung von
Personen «für die Ehe oder für eine feste Partnerschaft» (Art. 406a OR). Die Stiftung für
Konsumentenschutz wendet sie auch auf Online-Dienste an, die aktiv Partnervorschläge machen.
Ein Seitensprung-Portal vermittelt gerade keine feste Partnerschaft. Ob ein bestimmter Dienst
darunter fällt, ist im Einzelfall eine Rechtsfrage — verlassen Sie sich nicht darauf, ohne
sich beraten zu lassen.

Quellen: Obligationenrecht (SR 220), Art. 40a–40c und 406a–406h, Stand am 1. Oktober
2026, fedlex.admin.ch;
Stiftung für Konsumentenschutz,
Online-Dating.

Die vier Angaben, die Sie vor der Kündigung heraussuchen

  1. Das Datum, an dem die laufende Periode endet. Es steht in der
    Bestätigungs-E-Mail oder im Kontobereich unter «Mitgliedschaft» oder «Abo».
  2. Die Kündigungsfrist. Oft muss die Kündigung eine bestimmte Zeit vor dem Ende
    der Periode eingehen. Wer sie verpasst, ist in vielen Bedingungen für eine weitere Periode
    gebunden.
  3. Die verlangte Form. Schaltfläche im Konto, E-Mail, Formular oder Brief —
    die AGB sagen, welcher Weg gilt.
  4. Wo Sie bezahlt haben. Wurde das Abo über den App Store oder Google Play
    abgeschlossen, kündigen Sie dort, nicht beim Portal. Das wird regelmässig verwechselt.

So kündigen Sie, damit es später nicht bestritten wird

  • Nutzen Sie den Weg, den die AGB vorsehen, und zusätzlich einen, der einen
    Nachweis erzeugt: eine E-Mail an die Adresse im Impressum, bei grösseren Beträgen einen
    eingeschriebenen Brief.
  • Schreiben Sie klar und kurz: Benutzername, die mit dem Konto verbundene
    E-Mail-Adresse, «Ich kündige meine Mitgliedschaft auf den nächstmöglichen Termin», die Bitte um
    schriftliche Bestätigung mit Enddatum.
  • Sichern Sie alles: Bildschirmfotos der Kündigungsbestätigung, der
    Abo-Übersicht und der AGB in der Fassung, der Sie zugestimmt haben.
  • Kündigen und löschen sind zwei Schritte. Wer nur das Profil löscht, kann
    weiter belastet werden; wer nur kündigt, hat weiterhin ein Profil im System. Mehr dazu auf der
    Seite So funktioniert die Anmeldung.

Wenn trotz Kündigung abgebucht wird

  1. Beim Anbieter schriftlich widersprechen, mit Verweis auf Ihre
    Kündigungsbestätigung und einer Frist für die Rückzahlung.
  2. Die Bank oder den Kartenherausgeber kontaktieren. Sie können eine
    Belastung beanstanden und klären, ob eine Rückbuchung möglich ist; für künftige Belastungen
    hilft oft nur, die Karte ersetzen zu lassen.
  3. Beratung holen. Die Stiftung für Konsumentenschutz berät bei
    Vertragsstreitigkeiten mit Online-Dating-Diensten. Sitzt der Anbieter in einem EU-Land, ist das
    Europäische Verbraucherzentrum des jeweiligen Landes eine weitere Anlaufstelle.

Wenn Sie in eine Abofalle geraten sind

Ein «Gratis-Test», der ohne deutlichen Hinweis in ein kostenpflichtiges Abo übergeht, ist
die klassische Abofalle. Halten Sie in diesem Fall fest, was auf der Anmeldeseite stand und was
nicht, und schildern Sie den Fall der Stiftung für Konsumentenschutz. Zahlen Sie keine
Mahnungen, ohne geprüft zu haben, ob überhaupt ein gültiger Vertrag besteht.

Viele Betroffene melden sich bei solchen Portalen nicht, weil ihnen das Thema unangenehm ist.
Genau dieses Schweigen macht die Masche einträglich. Beratungsstellen behandeln Anfragen
vertraulich.

Damit es nicht wieder passiert

Die beste Kündigung ist die, die man vor der Anmeldung schon kennt. Prüfen Sie beim nächsten
Mal vor dem Bezahlen, wie lange das Abo läuft, ob es sich verlängert und wie man es beendet —
die Seite Seitensprung-Portale erkennen
zeigt, wo diese Angaben stehen. Und wählen Sie im Zweifel die kürzeste Laufzeit: Sie kostet pro
Monat mehr, bindet aber weniger.

Häufige Fragen

Wie kann ich das Abo bei einem Seitensprung-Portal beenden?

Über den Weg, den die AGB vorsehen — meist eine Schaltfläche im Kontobereich —, und
zusätzlich per E-Mail an die Adresse im Impressum, mit der Bitte um eine schriftliche
Bestätigung. Wurde über einen App Store bezahlt, kündigen Sie dort.

Gibt es in der Schweiz ein Widerrufsrecht für Online-Abos?

Kein allgemeines. Eigene Regeln mit einer Widerrufsfrist von 14 Tagen gibt es für die Ehe-
oder Partnerschaftsvermittlung (Art. 406a ff. OR). Ob sie auf ein bestimmtes Portal anwendbar
sind, hängt davon ab, ob es Personen für eine feste Partnerschaft vermittelt.

Reicht es, das Profil zu löschen?

Nein. Das Löschen des Profils beendet nicht automatisch den Vertrag. Kündigen Sie zuerst,
lassen Sie sich die Kündigung bestätigen und löschen Sie danach das Konto.

Diese Seite enthält bewusst keine Partnerlinks: Sie behandelt Kündigungen und Zahlungsstreitigkeiten, und eine Empfehlung an dieser Stelle wäre fehl am Platz. Mehr zu unserer Arbeitsweise in den redaktionellen Richtlinien.

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